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Institut für Musikpädagogik Graz

4. Grazer Musiktherapietag

21./22. November 2014

4. GRAZER MUSIKTHERAPIETAG

„Musik und Magie“ – Über bedeutsame Momente in der musiktherapeutischen Beziehung

Die Musiktherapie hat manchmal Überraschendes, Bezauberndes, Magisches in der Verbindung der Kraft der Musik mit der therapeutischen Beziehung. Es entstehen bedeutsame Momente, unplanbar, beeindruckend, humorvoll, oder auch ernüchternd klar, manchmal kaum wahrnehmbar und dennoch tiefgreifend. Rituale und erweiterte Bewusstseinszustände, archaische Bilder, Struktur und Grenzöffnung als Polarität, das Nicht-Sagbare erfahren und ausdrücken… Oder ist das alles nur „fauler Zauber“?

In der vierten Tagung der Grazer Ausbildung Musiktherapie GRAMUTH (Interuniversitärer Lehrgang Musiktherapie KUG/MUG/KFUG) widmete sich das Tagungsteam diesen in vielen Aspekten schwer fassbaren Themen, die wieder in Vorträgen, Workshops und einer angeregten und zum Teil kontroversen Plenardiskussion aufgegriffen wurden. Als ReferentInnen waren neben den VertreterInnen der drei akademischen Ausbildungen diesmal Gäste aus dem näheren Umfeld der Kunstuniversität Graz eingeladen.

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Die Tagungsleitung bestand erneut aus dem Leitungsteam der GRAMUTH mit Dr. Monika Glawischnig-Goschnik, Dipl.-Muth. Dipl.-Soz.Päd. FH Christian Münzberg und Dr. Urs Rüegg, die zusammen mit dem Institutsvorstand O.Univ.-Prof. Mag. Gerhard Wanker und zahlreichen freiwilligen studentischen HelferInnen der Studierendengruppe sowie weiteren HelferInnen u. a. aus dem Institut für Musikpädagogik erneut für eine sehr angenehme Atmosphäre und professionelle Durchführung sorgten. Danke auch an den Magistrat der Stadt Graz, der sich erneut großzügig an der Pflege des leiblichen Wohles beteiligte.

Text3_P1020567 KopieDas Format wurde in der Struktur beibehalten und es zeigte sich, dass neben dem Hauptvortrag und den Impulsvorträgen vor allem die Kleingruppen erneut ein gutes Forum für eine intensivere Auseinandersetzung mit den Fragestellungen darstellte. Die Ergebnisse wurden wieder dem Forum vorgestellt und bildeten die Grundlage für eine durchaus bisweilen hitzige Diskussionsrunde im Plenum. Die Themenstellung hat insofern neben interessanten methodischen Zugängen z.B. in der Kindermusiktherapie auch einen durchaus wichtigen Beitrag zu Grenzbereichen und Abgrenzungsfragen von Musiktherapie zu anderen (auch musikalischen) Heilungstraditionen geliefert. Es wurden mehrfach die Unterschiede von Schamanismus und Musiktherapie hervorgehoben. Besonders erfreulich waren auch die ermunternden Grußworte durch Dr. Helmut Strobl sowie in der Kooperation mit der ÖMAK (Österreichische Musiktherapie AusbildungsleiterInnen Konferenz) die erneute Teilnahme der beiden Ausbildungsleiter aus Krems und Wien, FH-Prof. PD Mag. Dr. Gerhard Tucek sowie Univ.-Prof. DDr. Thomas Stegemann.

Die Anzahl der TeilnehmerInnen konnte erfreulicherweise erneut gesteigert werden und gab mit 70 Personen aus fünf Ländern ein breites Spektrum an Interessen und Zugängen wieder. Danke an alle Beteiligten!

Das Programm im Einzelnen:

Eröffnungsvortrag:

Dr. Kurt Perai, Graz: Musiktherapie im Schamanismus – Schamanismus in der Musiktherapie

Impulsvorträge zu den Themen der Kleingruppen:

Dr. Urs Rüegg, Stäfa b. Zürich/Graz: Musisches, Mystisches, Magisches – Wo bleibt die Klarheit?

FH-Prof. PD Dr. Mag. Gerhard Tucek, Krems: „Vom Magischen zum Integrativen“ – kulturanthropologische Überlegungen zu (musik)therapeutischem Handeln

Christiana M. Perai, Graz: Struktur und Nichtstruktur

Univ.-Prof. Dr. Dr. Thomas Stegemann, Wien: Seelenzauber und Magisches Denken – Musik und Entwicklungspsychologie

Themen der Kleingruppen:

1. Dr. Kurt Perai / Dr. Monika Glawischnig-Goschnik: „Denn jedem Anfang wohnt ein neuer Zauber inne…“ Musikinstrumente, Stimme, Rituale, bewusste Kommunikation, bedeutsame Momente und die Frage der „Heilung“ in der (Musik-)Therapie

2. Christiana M. Perai / Dr. Urs Rüegg: Die Magie des Momentes – Mit Humor, Risikofreude und dem eigenen Körper den Moment erforschen und neue Ausdrucksformen finden

3. Dipl.-Musiktherapeut Dipl.-Sozialpädagoge FH Christian Münzberg: Zur Magie des Gewöhnlichen – Staunen und Erkennen in der Gruppenmusiktherapie und ein Blick über den Rand

4. Univ.-Prof. Dr. Dr. Thomas Stegemann: Hex-hex und Simsalabim – Zaubermusik in der Kindermusiktherapie

Abendprogramm:

Christiana M. Perai, Dr. Kurt Perai, Dr. Urs Rüegg: Wasser, Feuer, Erde, Luft, die Elemente des Lebens. Eine Zeremonie leitet den offenen Abend.

21./22. November 2014

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