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Institut für Musikpädagogik Graz

Kinderuni: Ohren auf und mitgemacht!

Was wir Menschen mit unseren Ohren nicht alles hören können…

Wir können nämlich nicht nur Geräusche oder Stimmen wahrnehmen und erkennen, sondern wir vermögen auch in der Qualität dieser akustischen Erscheinungen emotionalen Ausdruck zu entdecken: Wir können am Stimmklang und am Melodieverlauf (auch bei Sprechstimmen) erkennen, ob jemand fröhlich oder traurig ist, angeekelt oder verärgert. Weil wir aber diese unbewusste Sammlung an Zuweisungen von Klang, Tonhöhe, Tonhöhenvariation, Tempo etc. besitzen, können wir diese auch in Bezug auf musikalische Klänge und Stücke treffen. Es kann natürlich sein, dass eine Person ein Stück traurig findet, eine andere nicht, doch im Großen und Ganzen gibt es in den Meinungen der Menschen viele Übereinstimmungen.

Musik und die Emotionen, die wir darin entdecken, die wir aber auch über dieses Medium vermitteln können, umfasst ein weites wissenschaftliches Feld. Die Schülerinnen und Schüler der 4c-Klasse (VS Ursulinen) mit ihrer Lehrerin Frau Renate Brunnader haben sich damit einer großen Herausforderung gestellt. Silke Kruse-Weber führte zusammen mit Evelyn Leissenberger und Barbara Borovnjak durch den eineinhalbstündigen Workshop. Über die Forschungsfrage „Was hat Musik mit unseren Gefühlen zu tun?“ wurde interaktiv und spielerisch ein Repertoire an Aktions- und Ausdrucksmustern erarbeitet – dabei galt es einerseits Stimme und Körper auszutesten, andererseits die zur Verfügung stehenden Instrumente – , welches dann in der Vertonung einer einminütigen Filmsequenz, der Anfangspassage aus „Horton hört ein Hu„, zur Anwendung kam.

Abschließend wurden der SchülerInnen-Variante zwei andere Beispiele der Vertonung zum Vergleich entgegengestellt, welche die Basis dafür bildeten, über den Wirkungsbereich von Filmmusik zu sprechen: Denselben Bildern wohnt durch die gekoppelte Musik ein anderer Ausdruck inne. Was beim einen Mal überschwänglich und fröhlich zu sein scheint, kann in einer anderen Vertonung bedrohlich und gefährlich wirken.

Schließlich durften sich die Schülerinnen und Schüler von der Originaltvertonung der Filmemacher beeindrucken lassen, die sie zu diesem Zeitpunkt schon mit ganz anderen Ohren verfolgen konnten.

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